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Unter Strom - Ingenieur Josef Riehl
   


Der Ingenieur Josef Riehl 1842 – 1917

Josef Riehl zählte zu den bedeutendsten Ingenieuren seiner Zeit. In dieser Rolle ist er heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Karwendelbahn – einer Hochgebirgsbahn, die schon nach ihrer Einweihung 1912 internationale Anerkennung als technische Meisterleistung gefeiert wurde – ehrt die Ausstellung in Innsbruck und Bozen den herausragenden Tiroler Technikpionier.
Josef Riehl begann seine berufliche Tätigkeit 1864 beim Bau der Brennerbahn, arbeitete dann bei der Trassierung der Pustertalbahn in Südtirol und bei Bahnbauten in Ungarn. Seine Tätigkeit fiel somit in die zweite große Phase des Eisenbahnbaus des 19. Jahrhunderts und der Erschließung der europäischen Territorialstaaten. Waren die überregionalen Fernverbindungen bereits Mitte des Jahrhunderts geplant oder fertig gestellt, so wurden bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs das Nahverkehrsnetz und die Regionalbahnen massiv ausgebaut. In erstaunlicher Geschwindigkeit verwirklichte Riehl vor allem in Tirol Eisenbahnlinien, Straßen, Elektrizitätskraftwerke sowie zahlreiche Hochbauten, Bahnhöfe und Hotels. Die herausstechendste Eigenschaft Riehls war aber, dass er es verstand, seine ingenieurtechnischen Fähigkeiten mit großem unternehmerischem Geschick zu verbinden. So plante er nicht nur die zahlreichen Bauvorhaben sondern führte sie auch selbst aus. Im Jahre 1870 gründete er die Baufirma „Josef Riehl“, die er bis zu seinem Tode leitete. Seine Firma Josef Riehl baute zwischen 1870 und 1917 fast alle Nebenbahnen Tirols, so genannte Sekundär- und Tertiärbahnen. Sie erschlossen bisher schwer zugängliche Täler und trugen somit zur Entwicklung des zentralen Alpenraums bei. Mit einem Augenzwinkern behaupteten Zeitgenossen, die Eisenbahnkarte Tirols sei die Visitenkarte Riehls. Eigens für die Ausstellung zusammen gestellte Karten ermöglichen erstmals die Gesamtschau aller Bauvorhaben und Projekte Riehls auf einen Blick.

Karwendelbahn 1912 bis 2012

Unter den Mittel- und Hochgebirgsbahnen, die seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden, nimmt die 1912 fertig gestellte Karwendelbahn eine Sonderstellung ein. In Planung, Ausführung und Betrieb wurde sie vorbildlich für zahlreiche Nachfolgeprojekte in der k.k. Monarchie. In ganz Österreich, der Schweiz und Deutschland wurden seitdem elektrische Vollbahnen allgemein eingeführt.
Geplant und realisiert hat sie der Tiroler Ingenieur
Josef Riehl (1842-1917), als dessen kühnstes Werk sie gilt. Auf eigene Initiative arbeitete Riehl seit Ende der 1880er Jahre an einem detaillierten Projekt. Er musste sich gegen bürokratische Hindernisse durchsetzen und fast sein ganzes Privatvermögen für Vorauslagen investieren, ohne die Sicherheit zu haben, diese je wieder ersetzt zu bekommen. Erst nach Abschluss eines österreichisch-bayerischen Staatsvertrags erhielt er 1904 den Auftrag für die gesamte Bahnanlage einschließlich aller Grundablösungen, der elektrischen Einrichtungen, des zugehörigen Kraftwerks am Ruetzbach, des gesamten Fuhrparks und aller anderen zum Betrieb notwendigen Lieferungen zum Fixpreis von 24.401.700 Kronen. Er hatte damit alle Risiken des Eisenbahnbaus in unwegsamem Gelände mit sämtlichen Substruktionsbauten, Brücken, Viadukten und Tunnels (insgesamt 6340 m) sowie den notwendigen Hochbauten übernommen.
In der erstaunlich kurzen Zeit von ca. zwei Jahren führte Riehl den Bau in Arbeitsgemeinschaft mit Oberbaurat Wilhelm von Doderer (1854-1932) durch, wobei als Bauleiter auf Seiten Riehls Ingenieur Karl Innerebner (1870-1970), auf Seiten Doderers Ingenieur August Mayer (1872-1957) bestellt wurde.
Für den Antrieb der Bahn wurde dabei in Zusammenarbeit mit der AEG zum ersten Male Einphasen-Wechselstrom 15.000 Volt, 16 2/3 Hz gewählt, ein System, das weltweit Modellcharakter hatte.
Die Ausstellung anlässlich des 100jährigen Bestehens der Karwendelbahn ist eine Gemeinschaftsproduktion des Archivs für Baukunst der Universität Innsbruck und des Kuratoriums für technische Kulturgüter in Südtirol, Bozen, in Zusammenarbeit mit Werner Schröter vom Tiroler Bahnarchiv und HR Dipl.Ing. Diethelm Judmaier.

PDF Dokument
"Der Ingenieur Josef Riehl (1842 - 1917) - "Eisenbahnvater von Tirol"


Ausstellungseröffnung am
Donnerstag, 13. September 2012,19.00 Uhr


Einführung
PD Dr. Christoph Hölz
PD Dr. Wittfrida Mitterer
HR Dipl.Ing. Diethelm Judmaier

Laufzeit
14.09.2012 - 31.10.2012

Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag 11.00 - 17.00 Uhr
Freitag 11.00 - 13.00 Uhr
Abendöffnung Mittwoch bis 19.00 Uhr

TT Artikel vom 30.09.2012
Flyer Innsbruck PDF
Flyer Bozen PDF
ORF Südtirol Beitrag
Eröffnung Südtirol
Letzte Änderung am: 07. Nov.12
 
 
©Archiv für Baukunst